Was ist Freiheit?


Mein Großvater sagte einst zu mir:

"Frei bist Du, wenn Du Dir am Hintern kratzen kannst wenn es juckt und Dir egal ist was andere darüber denken."

Damals dachte ich, dass es nur wieder eine der üblichen Witzeleien von ihm ist.

Erst jetzt - viele Jahrzehnte später - erkannte ich die mehrdeutige Grundessenz in dieser Aussage. Wer erkennt die Mehrdeutigkeit?


Eine andere interessante Aussage ist:

"Freiheit ist nicht, tun zu können was man will, sondern, nicht tun zu müssen was man nicht will."

In beiden Aussagen ist versteckt, dass man sein Denken und Handeln nicht von "Anderen" lenken, bestimmen oder be- bzw. verhindern lassen darf, wenn man frei sein will.


Frei sind wir, wenn wir ein Buch nicht nach seinen Einband beurteilen, es nicht auf Grund der Aussagen von Anderen vorverurteilen, sondern es erst lesen und dann, unter Einbeziehung des logisch- rationalen Denkens - also mit Hilfe unseres Verstandes, aus dem Inhalt des Buches heraus eine eigene Meinung bilden.

Frei sind wir, wenn wir unser Denken und Handeln nicht durch Religionen, Ideologien oder Dogmen lenken, bestimmen oder be- bzw. verhindern lassen.

Frei sind wir, wenn wir uns trauen zu Hinterfragen.

Frei sind wir, wenn wir uns trauen und in der Lage sind, uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen.

Frei sind wir, wenn wir uns trauen, uns nicht einer Mehrheitsmeinung anzuschließen.

 


Aber was ist eine Mehrheitsmeinung?

Eine Mehrheitsmeinung, auch Mainstream genannt, ist eine "Strömung" von gleichgerichteten Meinungen, ungeachtet dessen, ob diese Meinungen frei oder unter Fremdeinfluss entstanden sind.

Lässt man sich von dieser "Strömung" mitreißen, dann landet man "kanalisiert" und "fremd-gelenkt" im "Sammelbecken".
Nimmt man die Anstrengung auf sich und bewegt sich gegen diese Strömung, dann gelangt man an die "Quelle".

Der Leser darf selber herausfinden, was in diesem Zusammenhang das "Sammelbecken" und was die "Quelle" ist.

In diesem Sinne:

Sapere aude